Sekundäre Pflanzenstoffe
Pflanzen wie Obst, Gemüse und Getreide produzieren Tausende von clever ausgetüftelten Verbindungen, die ihnen in der Natur als Schutz- und Lockstoffe dienen. Auch in der menschlichen Ernährung gewinnen diese bioaktiven Substanzen zunehmend an Bedeutung und werden als wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Lebensweise eingestuft.
Gut zu wissen: Sekundäre Pflanzenstoffe einfach erklärt
Primäre vs. sekundäre Pflanzenstoffe
Man unterscheidet Pflanzenstoffe biochemisch zunächst grob danach, welchen Zweck sie erfüllen:
- Primäre Pflanzenstoffe (englisch: primary plant compounds) sind die lebensnotwendigen Hauptbestandteile einer Pflanze. Zu ihnen zählen Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße (Proteine). Sie dienen als Bausteine und Energielieferanten. Für den Menschen sind diese Substanzen essenzielle Makronährstoffe.
- Sekundäre Pflanzenstoffe (englisch: secondary plant compounds) sind hochspezialisierte Substanzen, die zwar auf den ersten Blick nicht für das unmittelbare Überleben der Pflanze nötig sind – aber enorm wichtige biologische Aufgaben übernehmen. Ohne sie wären Obst, Gemüse und Co. nicht in der Lage, nachhaltig zu gedeihen oder ausreichend resistent gegenüber schädlichen Einflüssen.
Die Wirkung sekundärer Pflanzenstoffe
Bisher sind etwa 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, von denen schätzungsweise 5.000 bis 10.000 in der menschlichen Ernährung eine Rolle spielen. Sie bringen unterschiedliche chemische Strukturen, Funktionen und Wirkungen mit.
Einige der Pflanzenhelden verleihen Obst und Gemüse ihre spezifische Farbe und einen charakteristischen Duft, der etwa Nützlinge zur Bestäubung anlocken soll. Andere dienen der Abwehr von Fraßfeinden wie Insekten und Weidetieren oder zum Schutz gegen krankheitserregende Pilze und Bakterien. Sekundäre Pflanzenstoffe haben außerdem antioxidative Eigenschaften, schützen die Pflanzenzellen also vor starker Sonneneinstrahlung und extremen Temperaturen.
Übersichtstabelle für sekundäre Pflanzenstoffe
Die Pflanzenstoffe mit Relevanz in der menschlichen Ernährung werden in verschiedene Hauptgruppen unterteilt.
Unsere praktische Übersicht zeigt auf einen Blick ihre wichtigsten Vertreter, ihr Vorkommen und ihre Funktionen:
Polyphenole
Wichtige Vertreter: Flavonoide (Quercetin, Catechine, Anthocyane), Phenolsäuren
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Rote/blaue Beeren, grüner/schwarzer Tee, Zwiebeln, Äpfel, Kakao
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Farb-, Geschmacks- und Gerbstoffe; Schutz vor UV-Strahlung und Fressfeinden
Carotinoide
Wichtige Vertreter: Beta-Carotin, Lycopin, Lutein, Zeaxanthin
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Karotten, Tomaten, Paprika, Grünkohl, Spinat, Kürbis
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Fettlösliche Pigmente (gelb bis rot); unterstützen die Lichtabsorption bei der Photosynthese
Phytoöstrogene
Wichtige Vertreter: Isoflavone (Genistein, Daidzein), Lignane
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Sojabohnen, Sojaprodukte, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Sekundäre Pflanzenstoffe mit struktureller Ähnlichkeit zu endogenen Steroiden
Glucosinolate
Wichtige Vertreter: Glucoraphanin, Sinigrin (Senfölglykoside)
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Radieschen, Meerrettich, Kresse
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Scharf schmeckende Abwehrstoffe (Senföle) zum Schutz vor Fressfeinden und Schädlingen
Sulfide
Wichtige Vertreter: Alliin, Allicin, Diallylsulfid
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Schnittlauch, Bärlauch
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Schwefelhaltige Verbindungen; liefern den typischen Geruch und das charakteristische Aroma
Monoterpene
Wichtige Vertreter: Limonen, Menthol, Carvon
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Zitrusfrüchte (Schale/Öl), Pfefferminze, Kümmel, Koriander, Kräuter
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Leichtflüchtige Aromastoffe und Hauptbestandteile ätherischer Öle
Saponine
Wichtige Vertreter: Saponoside
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Hülsenfrüchte (Soja, Erbsen, Linsen), Hafer, Spargel, Lakritze
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Bitterstoffe mit seifenartiger (schaumbildender) Eigenschaft im wässrigen Milieu
Protease-Inhibitoren
Wichtige Vertreter: Trypsin-Inhibitoren, Bowman-Birk-Inhibitoren
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Soja, Bohnen, Erbsen, Getreide, Kartoffeln
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Pflanzliche Eiweiße zur Hemmung proteolytischer Enzyme; dienen u. a. dem Fraßschutz
Lektine
Wichtige Vertreter: Phytohämagglutinin
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Sojabohnen, Gartenbohnen, Linsen, Getreide (roh toxisch; durch Kochen inaktiviert)
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Komplexe zuckerbindende Proteine; dienen der Pflanze als Speicher- und Abwehrstoffe
Phytosterine/Phytosterole
Wichtige Vertreter: Beta-Sitosterin, Campesterin, Stigmasterin
Hauptvorkommen in Lebensmitteln: Pflanzenöle, Nüsse, Samen (Sesam, Sonnenblumenkerne), Vollkorn
Funktion & Charakteristika in der Pflanze: Pflanzliche Sterole; essenzielle strukturelle Bausteine pflanzlicher Zellmembranen
Wichtig zu wissen
Nicht alle sekundären Pflanzenstoffe sind für den Menschen roh bekömmlich. Das gilt zum Bespiel für Lektine aus Hülsenfrüchten. In ungegartem Zustand können sie heftige Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Durch gründliches Kochen werden die Substanzen nahezu zerstört (trotzdem gilt immer: individuelle Verträglichkeit beachten!).
Auch Alkaloide wie Solanin können Beschwerden bereiten und die Gesundheit vorrübergehend beeinträchtigen. Diese Stoffe stecken insbesondere in den „Augen“ von Kartoffeln, also den gekeimten Stellen an den Knollen. Sie sollten großzügig entfernt und bitter schmeckende Kartoffeln nicht mehr verzehrt werden.
Sekundäre Pflanzenstoffe für den Menschen
Der positive Effekt sekundärer Pflanzenstoffe auf den menschlichen Organismus rückt in der aktuellen Forschung immer stärker in den Fokus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen abwechslungsreichen Speiseplan mit reichlich Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, um eine gute Versorgung mit den bioaktiven Substanzen zu sichern.
5 Hacks: Mehr Pflanzenstoffe in der täglichen Ernährung
Kleine Kniffe mit großer Wirkung! So landet ein Plus an Pflanzensubstanzen auf dem Teller:
- Schale mitessen
In oder direkt unter der Schale von Äpfeln, Gurken oder Trauben sitzt die höchste Konzentration an Farbstoffen und Flavonoiden. Wichtig: Auf Bio-Qualität achten und das Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich waschen. - Kräuter zu jeden Essen
Gern mehr Klotzen als Kleckern! Petersilie, Basilikum, Schafgarbe und Co. liefern ein Füllhorn an ätherischen Ölen. - Fett ist Pflicht
Einige sekundäre Pflanzenstoffe, etwa Polyphenole und Carotinoide, können nur in Anwesenheit von Fett optimal resorbiert werden. Etwa eine Daumengröße hochwertiges Öl gehört zu jeder Mahlzeit. - Schonend garen
Andere Substanzen reagieren empfindlich auf zu viel Hitze. Darum sollten nährstoffschonende Garmethoden wie Dünsten oder Dämpfen bevorzugt werden. - Gründlich kauen
Wie gut Nährstoffe letztlich im Körper aufgenommen werden, entscheidet sich bereits im Mund: Durch gründliches Kauen werden aufspaltende Enzyme freigesetzt, die Verfügbarkeit verbessert und – quasi nebenbei – auch noch die Verdauung entlastet.
Sekundäre Pflanzenstoffe aus natürlicher Nahrungsergänzung
Nicht immer gelingt es, die große Vielfalt an sekundären Pflanzenstoffen in der täglichen Ernährung abzudecken. Dann können hochwertige Pflanzenextrakte in Form von Nahrungsergänzungsmittel ein wertvoller Beitrag zu einem ausgewogenen Lebensstil sein. Wir bei SEVENPURA setzen dabei auf Reinsubstanzen und die pure Kraft der Natur.
Sonderfall Bitterstoffe: Fast vergessene Pflanzenstoff-Schätze
Ein ganz besonderes Augenmerk legen wir auf Bitterstoffe. Historisch betrachtet spielten bitter schmeckende Pflanzen und Kräuter früher eine zentrale Rolle in unserer Ernährung – bereits die Gelehrte Hildegard von Bingen sowie Traditionelle Ernährungssysteme (TCM) schätzten die Kraft natürlicher Bitterkräuter zur Bereicherung des täglichen Speiseplans.
Leider wurden die natürlichen Bittermacher zugunsten eines milden Geschmacks aus den meisten modernen Obst- und Gemüsesorten sowie Salaten und Kräutern gezielt herausgezüchtet. Dadurch sind die traditionell angewendeten Substanzen nahezu vollständig aus unserer Ernährung verschwunden.
Mehr Bitterstoffe im Alltag
Wer seinen Gaumen wieder an die traditionelle Vielfalt pflanzlicher Bitterstoffe gewöhnen möchte, kann auf ausgewählte Kräuter- und Gewürzextrakte zurückgreifen.
Mit Bitter Pura von SEVENPURA haben wir ein reines Bitterspray entwickelt, das sich praktisch und unkompliziert in den Alltag integrieren lässt:
- 7 erlesene Pflanzenextrakte: Aus ausgewogenen Kräutern und Gewürzen wie Schafgarbenkraut, Tausendgüldenkraut, Anis, Fenchel, Brombeerblättern, Kornblumenblüten und Zitronengras.
100 % Alkoholfrei & ohne Glycerin: Während viele Bittertropfen Alkohol oder synthetisches Glycerin als Trägerstoff nutzen, setzt Bitter Pura auf das SEVENPURA-Reinsubstanzprinzip – gelöst in reinem Wasser, mild im Geschmack und ideal für die tägliche Anwendung.- Praktisch für unterwegs: Das kompakte 30-ml-Fläschchen mit speziellem Silberfilter schützt die empfindlichen Pflanzenextrakte und passt mühelos in jede Tasche.
Studien und Publikationen
Wissenschaftliche Studien
Wissenschaftliche Studien und über 25 Jahre klinische Erfahrung in der Arbeit am Menschen und für den Menschen sind das Fundament unserer Produktentwicklung. So können wir den neuesten Stand der Forschung in unsere Nahrungsergänzung einfließen lassen. Hier finden Sie spannende Studien rund um sekundäre Pflanzenstoffe. Die hier aufgeführten Studien beziehen sich auf allgemeine wissenschaftliche Erkenntnisse, nicht direkt auf unsere Nahrungsmittel, und dienen der Information.
Umbrella-Review zum Zusammenhang zwischen der Flavonoidaufnahme und verschiedenen Gesundheitsparametern (2024)
Ergebnis: Die Übersichtsarbeit wertete 32 systematische Reviews und Metaanalysen zu 24 unterschiedlichen Gesundheitsendpunkten aus. Eine höhere Aufnahme von Flavonoiden über die Ernährung war mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brust-, Darm- und Lungenkrebs sowie mit einer geringeren Sterblichkeit assoziiert. Für Prostatakrebs und Gebärmuttermyome wurden dagegen positive Zusammenhänge, also ein höheres Risiko bei höherer Flavonoidaufnahme, beobachtet. Die Aussagekraft der Ergebnisse war für die meisten Endpunkte jedoch gering. Die Autoren betonen deshalb, dass aus den beobachteten Zusammenhängen keine allgemeinen Aussagen abgeleitet werden können.
Link: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/mnfr.202300727
Randomisierte Metaanalyse zu Carotinoid-Supplementierung und kognitiver Leistung (2021)
Ergebnis: Die Metaanalyse umfasste 9 Studien mit insgesamt 4402 nicht-dementen Personen im Alter von 45 bis 78 Jahren. Eine Carotinoid-Intervention war mit einer signifikant besseren kognitiven Leistung verbunden (Hedge’s g = 0,14; 95%-KI: 0,08 bis 0,20; p < 0,0001). Zwischen den Studien zeigte sich keine Heterogenität und kein Hinweis auf Publikationsbias. Die Autoren schließen, dass Carotinoide die kognitive Leistung verbessern könnten und damit möglicherweise zur Verringerung des Risikos für kognitive Beeinträchtigung und Demenz beitragen.
Link: https://www.mdpi.com/2076-3921/10/2/223
Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zur Wirkung von Carotinoid-Supplementen auf Entzündungsmarker (2022)
Ergebnis: Die Metaanalyse schloss 26 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 35 Effektgrößen ein. Eine Supplementierung mit Carotinoiden senkte die Konzentrationen des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP) im Mittel um 0,54 mg/l und Interleukin-6 (IL-6) um 0,54 pg/ml. Für den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α) wurde keine statistisch signifikante Veränderung festgestellt. In den Analysen einzelner Carotinoide senkten Astaxanthin, Lutein/Zeaxanthin und Beta-Cryptoxanthin den CRP-Wert signifikant; eine signifikante Senkung von IL-6 wurde nur für Lycopin beobachtet. Untersucht wurden ausschließlich Entzündungsmarker im Blut, nicht die Verhütung oder Behandlung konkreter Erkrankungen.
Link: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10408398.2021.1925870
FAQ
Wo kann man Produkte mit sekundären Pflanzenstoffen kaufen?
Wir bieten in unserem SEVENPURA-Shop ausgewählte Ergänzungsmittel mit hochwertigen Pflanzenextrakten an, die nach dem Reinsubstanzprinzip gefertigt wurden. Sie sind frei von künstlichen Aromen, Farbstoffen und unnötigen Trägerstoffen.
Hat Bio-Obst und -Gemüse mehr sekundäre Pflanzenstoffe?
Oft stimmt das. Da im ökologischen Landbau chemisch-synthetische Pestizide und mineralischer Stickstoffdünger verboten sind, müssen die Pflanzen mehr eigene Abwehrsubstanzen bilden. Außerdem kann die Bio-Ernte samt Schale verputzt werden – und die enthält besonders viele Pflanzenstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe: Verlängert Wein das Leben?
Der Mythos der gesunden Gläschens Rotwein ist widerlegt. Aktuelle Studien zeigen: Eine positive Wirkung durch den Stoff Resveratrol stellt sich ab etwa 1 g /Tag ein. Ein Glas Rotwein enthält etwa 0,5 mg. Die Mengen, die man trinken müsste, sind also alles andere als gesund.

